Online-Shop migrieren, ohne Rankings zu verlieren
Der meiste Traffic geht beim Replatforming durch fehlende Weiterleitungen und geänderte Inhalte verloren — nicht durch die neue Plattform selbst. So vermeidest du das.
Warum Rankings nach einer Migration fallen
Suchmaschinen ranken URLs, keine Shops. Wandert ein Produkt von /detail/index/sArticle/123 nach /products/blaues-hemd, sieht Google eine Seite verschwinden und eine neue auftauchen. Solange du nicht per dauerhafter Weiterleitung sagst, dass beide dieselbe Seite sind, fängt die neue bei null an.
Die anderen Ursachen sind leiser: nicht übernommene Titel und Beschreibungen, weggefallene Kategorietexte, interne Links auf alte URLs oder eine Staging-Robots-Regel, die es bis in die Produktion geschafft hat.
Schritt 1: Vollständiges URL-Inventar
Sammle zuerst jede relevante URL. Kombiniere mehrere Quellen, denn keine ist allein vollständig:
- ein vollständiger Crawl des Live-Shops;
- die aktuelle XML-Sitemap;
- Seiten mit Impressionen oder Klicks in der Google Search Console der letzten 12–16 Monate;
- Einstiegsseiten aus der Webanalyse;
- URLs mit externen Backlinks.
Markiere die URLs, die Traffic oder Umsatz bringen. Die prüfst du von Hand, den Long Tail per Regel.
Schritt 2: Alte URLs auf neue mappen
Jede alte URL braucht ein Ziel im neuen Shop: das direkte Gegenstück, wo es eines gibt, sonst die nächstpassende Seite — bei einem ausgelisteten Produkt meist die Kategorie. Alles auf die Startseite umzuleiten behandeln Suchmaschinen wie einen 404 — und Besucher ärgert es.
Regeln, die später Ärger sparen:
- 301-Weiterleitungen (dauerhaft) verwenden, nicht 302.
- Keine Ketten. Wurde eine URL früher schon umgeleitet, zeigt die älteste Version direkt aufs endgültige Ziel.
- Varianten abdecken: Slash am Ende, Groß-/Kleinschreibung, alte Parameter, Sprach- oder Store-Präfixe.
- Die Weiterleitungsliste in einer Tabelle pflegen, die du vor und nach dem Launch automatisch testen kannst.
Schritt 3: Inhalte übernehmen, nicht nur Daten
Produktdaten sind nur ein Teil dessen, was rankt. Achte darauf, dass auch das mitkommt:
- Meta-Titel und -Beschreibungen — Feld für Feld migriert, nicht neu generiert;
- Kategorie- und Landingpage-Texte;
- Alt-Texte von Bildern;
- strukturierte Daten (Produkt, Breadcrumb, Organisation);
- hreflang bei mehrsprachigen Shops;
- Canonical-Tags, die auf die neuen URLs zeigen.
Schritt 4: Auf Staging testen
Lass die komplette Weiterleitungsliste gegen den Staging-Shop laufen und prüfe, dass jede Regel genau eine 301 auf eine 200-Seite liefert. Crawle Staging auf kaputte interne Links und fehlende Titel. Halte Staging für Suchmaschinen gesperrt — und notiere, dass die Sperre zum Launch entfernt werden muss.
Schritt 5: Launch-Tag
- Staging-
noindexoder Robots-Sperre entfernen. - Weiterleitungen gleichzeitig mit dem DNS-Wechsel aktivieren.
- Die 100 wichtigsten URLs von Hand testen.
- Die neue XML-Sitemap in der Search Console einreichen.
- Die alte Sitemap einige Wochen erreichbar lassen, damit Google die alten URLs neu crawlt und die Weiterleitungen schneller findet.
Schritt 6: Vier bis acht Wochen beobachten
Beobachte 404-Fehler in den Logs und in der Search Console in den ersten zwei Wochen täglich und ergänze Weiterleitungen für alles, was fehlt. Vergleiche Rankings und organischen Traffic deiner wichtigsten Seiten Woche für Woche. Etwas Bewegung direkt nach dem Launch ist normal; eine stetige Erholung innerhalb weniger Wochen ist das Zeichen einer sauberen Migration.
Eine Änderung nach der anderen — wenn möglich
Neue Plattform, neue URL-Struktur, neues Design und neu geschriebene Inhalte auf einmal machen es sehr schwer, die Ursache eines Einbruchs zu finden. Wenn das Geschäft es zulässt, halte Inhalte und Informationsarchitektur beim Umzug stabil und verbessere sie danach.
SEO ist Teil jeder Migration, die wir umsetzen. Die vollständige Prüfliste findest du in der Migrations-Checkliste.
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